IMG_20140927_172410.jpgNach den beiden Bibelsinfonien „Genesis und Exodus“ 2009 und „Jesus Christus“ 2011 kam dieses Jahr eine dritte, diesmal alt- und neutestamentliche, Folge der Bibelsinfonien auf die Bühne der Johanneskirche. Unter dem Titel „Gottes starke Töchter“ wurden die „starken Frauen in der Bibel“ behandelt, die sonst eher weniger zu Wort kommen, ohne die die christliche Menschheitsgeschichte aber mit Sicherheit andere Wendungen genommen hätte.

Nach einer Konzeption von Angelique Dreher-Volz, Torsten Irion und Dr. Jörn Sievers agierten im Wechsel der Jugendchor und Projektchor unter der Leitung von Gabriele Urbanski, der Posaunenchor unter der Leitung von Torsten Irion und die beiden Sprecher Jörn Sievers und Angelique Dreher-Volz, um mit Gesang, Musikstücken und Wortbeiträgen dem Publikum die einzelnen Schicksale großer Frauen in der Bibel näherzubringen.

Der Chor in unterschiedlichen Besetzungen – mal Frauenchor, mal gemischter Chor, mal drei-, vier-, fünf- oder sechs-stimmig – und der Posaunenchor, der bekanntlich nicht nur aus Posaunen besteht, sorgten mit wechselnden Klangfarben und breit gefächerter Musikauswahl zwischen dem 16. Jahrhundert und zeitgenössischen Arrangements für ein kurzweiliges Hörerlebnis, unterstützt und bereichert durch die klaren Stimmen und die fundierten Texte von Jörn Sievers und Angelique Dreher-Volz.

Von Michael Schütz‘ „Welcome“ durch den Posaunenchor begrüßt, von Mirjams Trommelgesang im Klezmer-Stil zum Durchqueren des Roten Meers angefeuert und schließlich in guter alter Johannes-Tradition durch die Orgel zum Mitsingen eines Segensliedes animiert, ging das knapp 100-köpfige Publikum sicher nicht unzufrieden nach Hause, wovon nicht zuletzt die vollen Klingelbeutel „ein Lied singen“ können.

 

 

Nachfolgen die Texte zum Nachlesen:

Herzlich willkommen in der Johanneskirche zu dem 3. Teil der als „Bibelsinfonie“ bezeichneten Veranstaltungsreihe.

In den beiden Veranstaltungen zuvor, „Genesis und Exodus“ und „Jesus Christus“, standen männliche Akteure im Vordergrund.

IMG_20140927_173721.jpgUnd deshalb möchten wir Ihnen heute Abend Geschichten und das bemerkens- und bewundernswerte Handeln von weiblichen Protagonisten aus der Bibel vorstellen, die oft nicht in der Weise gewürdigt werden, wie es ihnen eigentlich zusteht.

Darum haben wir die Veranstaltung heute Abend auch betitelt: „Gottes starke Töchter – Große Frauen in der Bibel“, ein Titel, den wir bei der Theologin Dorothee Sölle entliehen haben.

Wir, Angelique Dreher-Volz und ich, werden Ihnen insgesamt 13 in der Bibel geschilderte Frauenschicksale in 10 Texten vorstellen und dabei Bibelstellen zitieren, aber auch Erkenntnisse von renommierten Theologinnen heranziehen*), um die z.T. sparsamen Aussagen in den Bibeltexten besser verständlich zu machen.

Für jede Textpassage haben wir uns auf 3 – 4 Minuten beschränkt, hauptsächlich, um ihre Geduld nicht über Gebühr zu strapazieren. Das zeigt aber auch, dass wir die Personen nicht erschöpfend behandeln können. Wir wollten einfach, dass heute Abend ausschließlich Frauen zu Wort kommen. Doch, wie das im Leben so ist, ganz ohne Männer geht es dann auch wieder nicht, -

heute aber nur ganz am Rande.

Musikalisch ergänzt werden die Textlesungen durch Chöre der Johannesgemeinde,

- den Posaunenchor unter der Leitung von Torsten Irion sowie

- den Jugendchor und einen Projektchor unter der Leitung von Gabriele Urbanski.

 

Das folgende Musikstück wird vom Posaunenchor gespielt: „Air“ von Reinhard Gramm.

Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung.

 

*) Einzelne Textpassagen übernommen aus:
a) Dorothee Sölle, Gottes starke Töchter – Große Frauen der Bibel, Topos-Verlag, Band 688,
2. Aufl., Kevelaer, 2009.
b) Sue & Larry Richards, Alle Frauen der Bibel, Brunnenverlag, 7. Aufl., Gießen, 2012.

 

 

 

Eva

  1. Mose 1, 27 „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib.“
  2. Mose 2, 18 „Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.“

Sie ist zunächst einmal einfach nur „Sie“. Sie wird Frau, Weib oder Männin zu Beginn der beiden Schöpfungsberichte genannt. Erst im 4. Kapitel der Genesis bekommt die Männin den Namen Eva von ihrem Mann Adam, nachdem er sie „erkannt hatte“, sie schwanger war und den Sohn Kain geboren hatte. Adam nennt sie Eva, was wir mit „die Leben gebende, die Leben bewahrende“ übersetzen dürfen.

Nun, bekannt ist sie sicherlich für ihren Anteil an dem, was wir gemeinhin den „Sündenfall“ nennen. Eva ließ sich durch die schlaue Manipulation der Schlange überreden von den Früchten des Baumes der Erkenntnis des Guten und des Bösen zu essen, sie teilt die Frucht mit Adam und auch er isst seinen Anteil. Dieser Regelverstoß wird mit der Vertreibung aus dem Garten Eden sanktioniert und Eva bekam und bekommt seither allein die Häme dafür.

Was war ihre Motivation?

Erkenntnis war wohl die hauptsächliche Triebfeder, das Wissen um das, was gut und das, was böse ist. Wer von uns hätte nicht auch gerne einen Blick durch Gottes Auge auf das, was da ist? Neugier gilt gemeinhin als Untugend, doch gerade Neugier ist es auch, die Fragen stellt, Antworten sucht, nachdenklich stimmt, lernen, verstehen, wissen will. In der Neugier stecken Untugend und Lernqualitäten gleichermaßen.

Eva war mit ihrem Regelverstoß mutig und ahnungslos zugleich, denn die daraus resultierenden Konsequenzen waren definitiv nicht absehbar. Die Frau, das Weib, die Männin Eva zu Beginn der Schöpfung verstand es zu fragen, zu hinterfragen, sie war wissbegierig.

Das ist gemeinhin das, was wir heute eine starke Frau nennen, sie ist eine starke Tochter Gottes, die viel erlebt und erlitten hat. Sie gebar Kinder unter Schmerzen, der Erstgeborene Kain wird aus Neid, weil er sich von Gott nicht so anerkannt fühlt wie Abel, seinen Bruder erschlagen. Die „Leben gebende und die Leben bewahrende Eva“ wird das in tiefe Verzweiflung gestürzt haben. Welche Mutter würde daran nicht zerbrechen, wenn Ihre Kinder Geschwistermord begehen? Adam und Eva haben noch viele weitere Nachkommen, so berichtet das Geschlechterregister der Genesis.

Eva empfand Dank und Trost über die Geburt des Sohnes, den sie Set nannte, nachdem sie Abel verloren hatte. Sie schenkt uns damit auch das Prinzip der Hoffnung, denn wenn es heißt Leid, Trauer und Schmerz zu überstehen, kann sie ein Lied davon singen.

Eva ist die Gefährtin, die Gemeinschaft bietet,
die Wissbegierige, die sich mutig etwas traut und zutraut,
die Mutter des Lebendigen und sich Verändernden,
die Mutige und die Starke, die die Hoffnung nicht verliert.


Der Posaunenchor spielt für uns „Gott gab uns Atem“ von Reinhard Gramm

 

 

Sara, die Frau Abrahams und Hagar, deren Dienerin

 - Abraham zieht mit seiner Sippe von der Stadt Ur über Babylon den Euphrat hinauf bis an die heutige türkische Grenze nach Haran. Dort gibt Gott ihm den Befehl nach Kanaan zu ziehen
- und Gott verheißt Abraham seinen Segen für alle seine Nachkommen und Geschlechter,
- aber Abraham hat noch keine eigenen Nachkommen und Sara hat das gebärfähige Alter bereits weit überschritten,
- da schlägt Sara Abraham vor, er solle mit Hagar, ihrer Leibmagd, einen Nachkommen zeugen, der dann wegen der untergeordneten gesellschaftlichen Stellung der Magd, Sara als leibliches Kind zugerechnet würde.

Wir lesen im 16. Kapitel ff der Genesis: Und Abraham gehorchte der Stimme Saras. Und er ging zu Hagar, die ward schwanger. Als die nun sah, dass sie schwanger war, achtete sie ihre Herrin gering. Da sprach Sara zu Abraham: Ich habe meine Magd dir in die Arme gegeben; nun sie aber sieht, dass sie schwanger geworden ist, bin ich gering geachtet in ihren Augen. Abraham sprach zu Sara: Siehe, deine Magd ist unter deiner Gewalt; tu mit ihr, wie dir's gefällt. Als Sara sie nun demütigen wollte, floh Hagar von ihr. Aber der Engel des HERRN fand Hagar bei einer Wasserquelle in der Wüste und sprach zu ihr: Kehre wieder um zu deiner Herrin und demütige dich unter ihre Hand. Siehe, du wirst einen Sohn gebären, den sollst du Ismael nennen; Er wird ein wilder Mensch sein; Und Abraham war sechsundachtzig Jahre alt, als ihm Hagar den Ismael gebar.
(1Mose17) Als nun Abraham neunundneunzig Jahre alt war,
(1Mose18) erschien ihm der HERR im Hain Mamre - der bei Hebron liegt -, und siehe, da standen drei Männer vor ihm und sprachen zu ihm: ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür des Zeltes. Und Sara lachte bei sich und sprach: Nun ich alt bin, soll ich noch der Liebe pflegen! Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara? Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht, denn sie fürchtete sich.
(1Mose21) Und Sara ward schwanger und gebar dem Abraham den verheißenen Sohn Isaak.

Zwei Frauen, so unterschiedlich sie auch von Herkunft, Rolle und Einstellung sein mögen, leben in untrennbarer Gemeinschaft. Die Junge schaut hochmütig und spöttisch gegen die gebärunfähige Alte, die Alte schaut voller Neid auf die Junge. Es ist ein intensives Konkurrenzverhalten, das die Beziehung bestimmt.

Sara wird nach der Geburt Isaaks soweit gehen, dass sie Hagar samt Ismael durch Abraham vertreiben lässt, buchstäblich schickt sie beide in die Wüste, wo nur ein Engel Gottes beider Tod verhindern wird.

Ist Abraham der Patriarch, so ist Sara ganz bestimmt gleichermaßen die Patriarchin. Sie herrscht und bestimmt, nicht nur über die Ägypterin Hagar und deren Sohn, sondern auch über ihren Mann. Nur über Gott bestimmt Sara nicht, er hat andere Gedanken und Pläne. Ismael wird der Stammvater aller arabischen Völker werden. Isaak wird der Stammvater des jüdischen Volkes werden.

So stehen sich Hagar und Sara ungleich und doch gleichberechtigt würdevoll als Stammmütter  gegenüber. Hagar wird der erste uns bekannte Mensch sein, dem ein Engel Gottes erscheint und Gott wird weiterhin für ihren Sohn Ismael sorgen. Sara stirbt mit 127 Jahren und wird in der Höhle Machpela bei Hebron begraben. Dieser Ort wird die Erbbegräbnisstätte von Abrahams Geschlecht.

 

Wir hören vom Posaunenchor „Nun lasst uns Gott, dem Herren“ von J. Crüger und Ch. E. Seitz

 

 

Rebekka

  1. Mose 25, 20+21 „Isaak aber war 40 Jahre alt, als er Rebekka zur Frau nahm, die Tochter Betuels, des Aramäers aus Mesopotamien, die Schwester des Aramäers Laban. Isaak aber bat den Herrn für seine Frau, denn sie war unfruchtbar. Und der Herr ließ sich erbitten, und Rebekka, seine Frau, ward schwanger.“

Wer ist denn so verrückt wie Rebekka? Da kommt ein Irgendwer aus Irgendwo und sagt, er suche eine Braut, eine wirklich richtige Braut für seinen Herrn. Und ohne, dass Rebekka diesen Mann je auch nur gesehen hätte, nickt sie dazu. Was denkt sich diese schöne junge Frau dabei?

Nun, auch sie ist eine von Gottes starken Töchtern und auch sie verkörpert, was wir eine vielschichtige Persönlichkeit nennen. Sie hat die Gabe Wasser des Lebens zu vergeben und dort zu verteilen, wo es gebraucht wird, auch ohne spezielle Nachfrage. Sie bietet Leben, nicht  nur für Menschen sondern auch für Tiere, in diesem Fall die tragenden Kamele des Knechtes, sie hat alle und alles in gütigem Blick.

Der Heiratsantrag wird offen und aufrichtig überbracht vom Knecht des Vertrauens Abrahams. Rebekka, trotz des Schutzes ihrer Familie, möchte diese Eheschließung, ohne den Bräutigam je gesehen zu haben. Ist sie naiv, dumm, unerfahren?

Es war wohl mehr als ihre Unerfahrenheit, es war ein Abenteuer, das erfolgversprechend war. Respekt wurde ihr mit der Form des Antrages geboten, Anstand war ebenfalls vorhanden, sie durfte selbständig entscheiden, war Herrin ihres Schicksals.

Und sie sagte „Ja“.

Isaak, ihr Mann, wird sie sehr lieben und sie wird ihm Trost spenden in der Trauer um seine verstorbene Mutter. Gott schenkt der zunächst unfruchtbaren Frau eine Schwangerschaft. Und es sind Zwillinge, die sie gebären soll. Die beiden Söhne stoßen sich gegenseitig bereits im Mutterleib, Esau ist vom Haarbewuchs rötlich, „rau wie ein Fell“, Jakob, der Zweitgeborene hielt mit seiner Hand die Ferse des Bruders, so berichtet die Bibel. Die beiden Brüder sind unterschiedlich: Esau wird Jäger, Jakob ein gesitteter Mann, „der bei den Zelten bleibt“.

Rebekka hat Gott genau zugehört, als er ihr sagte, dass zwei Völker in ihrem Leib seien, das eine Volk würde dem anderen überlegen sein und der Ältere würde dem Jüngeren dienen. Rebekka ist eine bevorzugende Mutter, sie liebt jüngeren Sohn mehr als den älteren. Und sie arbeitet mit List und Tücke, um den Erstgeburtssegen vom sterbenden Vater zu manipulieren. Sie ist es, die die Speise kocht, sie ist es, die den glatten Jakob mit einem Fell bekleidet, so dass der sterbende Vater nicht erkennt, dass er den zweiten und nicht den ersten Sohn segnet.

Rebekkas List entzweit die Brüder, Esau will sich rächen, Jakob muss fliehen. Rebekka bleibt stark, sie kontrolliert die Familie, sie hält die Fäden in der Hand. Und - sie kommt damit durch.

Esau und Jakob werden sich versöhnen, doch es werden Jahre darüber vergehen. Diese Frau und Mutter von derart unterschiedlichen Kindern muss großes Vertrauen in ihre eigene Kraft gehabt haben, sonst hätte sie ihre Entscheidungen so nicht treffen können. Mut, Tatkraft und Selbstbewusstsein machen sie zur Täterin, ein Opfer war sie nicht.

Rebekka, die Starke, die Listige und Stolze bietet uns ein komplett gegensätzliches Frauenbild, als das in der Bibel so oft dargestellt gewohnt devote, stets gehorsame.

 

Der Posaunenchor spielt eine Suite aus „Terpsichore“ von Michael Praetorius

 

 

IMG_20140927_173421.jpgRahel und Lea

- Rahel und Lea sind Töchter von Laban, einem Großneffen Abrahams,
- Rahel ist hübsch, Lea ist die die ältere, und weniger attraktiv (biblisch ausgedrückt: Aber Leas Augen waren ohne Glanz).

Die schönste Liebesgeschichte der Bibel spielt zwischen Jakob und Rahel, und ist eine Geschichte großer Eifersucht und Mutterschaftsneid zwischen Rahel und ihrer älteren Schwester Lea. Die Geschichte beginnt mit den Tränen, die Jakob weint, nachdem er Rahel geküsst hat und endet mit Rahels frühem Tod. Dazwischen liegen auf Jakobs Seite Arbeit, Vermögensbildung und Kinderzeugung mit anderen Frauen. Auf Rahels Seite   Schwesternstreit und die an eine andere Frau abgetretene Mutterschaft. Dazwischen liegt auch der böse Betrug von Laban an Jakob, der morgens nach der Hochzeitsnacht aufwacht und Lea an seiner Seite findet statt der Frau, um derentwillen er sieben Jahre Frondienst leistete. Jakob, der sich einst seinem blinden Vater selber unterschob, um den Segen zu stehlen, wird nun selbst wie damals Isaak   getäuscht, belogen und betrogen.

Das sei nicht Sitte in seinem Land, antwortet Laban, dass man die jüngere Tochter weggebe vor der älteren. Und er stellt Jakob in Aussicht, dass der nach sieben weiteren Jahren Frondienst auch seine Tochter Rahel zur Frau bekommen soll. Und Jakob unterwirft sich diesem Diktat. Zeugt in der Zwischenzeit mit der ungeliebten Lea zunächst vier Söhne: Ruben, Simeon, Levi und Juda. Dann, als er Rahel zur Frau bekommt, gebiert sie ihm jedoch keine Kinder und sie beneidet ihre Schwester und spricht zu Jakob:

(1Mose30) Schaffe mir Kinder, wenn nicht, so sterbe ich. Jakob aber wurde sehr zornig auf Rahel und sprach: Bin ich doch nicht Gott, der dir deines Leibes Frucht nicht geben will. Sie aber sprach: Siehe, da ist meine Magd Bilha; geh zu ihr, dass sie auf meinem Schoß gebäre und ich doch durch sie zu Kindern komme. So gab sie ihm ihre Leibmagd zur Frau und Jakob ging zu ihr. Und Bilha gebar Jakob zwei Söhne, Dan und Naftali.
Da sprach Rahel: Über alle Maßen habe ich gekämpft mit meiner Schwester und ich habe gesiegt. Als nun Lea sah, dass sie aufgehört hatte zu gebären, nahm sie ihre Leibmagd Silpa und gab sie Jakob zur Frau. Und auch Silpa gebar Jakob zwei Söhne, Gad und Asser.

Keine Kinder zu bekommen war ein schlimmes Schicksal in der Urzeit. Alle Konflikte der Frauen kreisten um dieses Thema der Fruchtbarkeit, und die großen Frauen wie Sara, Rebekka und Rahel scheinen besessen von der Angst, kinderlos zu sterben. Und so muss Rahel sich lange mit der Leihmutterschaft begnügen und auch noch miterleben, wie Lea ihr fünftes und sechstes Kind, Isaschar und Sebulon, zur Welt bringt, bis sie von Gott erhört wird und das Mutterglück mit der Geburt von Josef erlebt.

Die Bibel kennt kein Happy End für die von Eifersucht und Lebensneid geprägte Beziehung zwischen den beiden Schwestern. Rahel stirbt qualvoll bei der Geburt ihres zweiten Kindes, Benjamin.

Rahel wird bei Betlehem begraben. Was mit Lea passiert, darüber sagt die Bibel nichts. Wir wissen aber, dass die von Jakob mit vier Frauen gezeugten zwölf Söhne, die Stammväter der zwölf jüdischen Stämme werden.

 

Der Posaunenchor spielt „Sollt‘ ich meinem Gott nicht singen?“ von Reinhard Gramm

 

 

Mirjam

  1. Mose 2, 3+4 Als sie ihn aber nicht länger verbergen konnte, machte sie ein Kästlein von Rohr und verklebte es mit Edelharz und Pech und legte das Kind hinein und setzte das Kästlein in das Schilf am Ufer des Nils. Aber seine Schwester stand von ferne, um zu erfahren, wie es ihm ergehen würde.

Mirjam ist eine großartige, verantwortungsbewusste und liebende Schwester. Sie lässt ihren Bruder Moses nicht alleine, sein Schicksal ist ihr nicht gleichgültig. Mirjam wird ihre beiden Brüder immer begleiten und zu ihnen stehen.

Sie ist es, die der Tochter des Pharao vorschlägt eine Amme zu rufen, die das Kind stillen kann und geistesgegenwärtig ruft sie ihre Mutter, so dass Moses weiterhin von der eigenen Mutter versorgt werden kann. Das hält die Familie zusammen, das muss Mutter und Sohn gleichermaßen glücklich gemacht haben.

Mirjam ist die Hüterin der Familie, auf sie ist Verlass. Doch Mirjam besitzt noch weitaus mehr Talente als Geistesgegenwart und Schutz der Ihren:

  1. Mose 15, 20+21 Da nahm Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, eine Pauke ihre Hand, und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken und Reigen. Und Mirjam sang ihnen vor: Lasst uns dem Herrn singen, denn er hat eine herrliche Tat getan, Ross und Mann hat er ins Meer gestürzt.

Mirjam war mitten im Geschehen, sie hatte mit ihren Brüdern eine führende Rolle, sie war eine anerkannte Prophetin und sie wusste das erste Lied zu singen, das uns überliefert ist. Es ist ein Befreiungslied, die Sklaverei in Ägypten ist gebrochen, den Häschern sind die Israeliten mit Gottes Hilfe entkommen, und sie findet den passenden Gesang und den passenden Tanz dazu. Es waren jedoch in der Tat nicht nur Frauen, die sangen und tanzten, es waren alle Israeliten, die einstimmten und ihre Freude und ihr Staunen zum Ausdruck brachten.

Verantwortungsbewusstsein, Glaube aus innerer Überzeugung und Gott dankende Lebensfreude, zeichnen Mirjam aus. Sie ist eine Führerin, als Prophetin spricht Gott durch sie ebenso wie durch Moses. Doch Mirjam war keine Heilige, sie sprach offen aus, wenn sie unzufrieden war. So tadelte sie gemeinsam mit Aaron Moses´ Wahl seiner Ehefrau, weil sie eine Kuschiterin (Äthiopierin) war.

Dieser Hochmut wird ebenso wie der geschwisterliche Neid auf Moses als Führer seines Volkes von Gott selbst in einem Gespräch mit den drei Geschwistern getadelt und hat Konsequenzen:

  1. Mose 12, 9+10 Und der Zorn des Herrn entbrannte gegen sie, und er wandte sich weg; auch wich die Wolke von der Stiftshütte. Und siehe, da war Mirjam aussätzig wie Schnee. Und Aaron wandte sich zu Mirjam und ward gewahr, dass sie aussätzig war.

Aaron wird sich bei Moses entschuldigen und um Milde bitten für sich und seine Schwester. Moses selbst erfleht regelrecht die Heilung seiner Schwester. Er wird sie von Gott bekommen:

  1. Mose 12, 14+15 (Und der Herr sprach zu Mose:) Lass sie abgesondert sein sieben Tage außerhalb des Lagers; danach soll sie wieder aufgenommen werden. So wurde Mirjam sieben Tage abgesondert außerhalb des Lagers. Und das Volk zog nicht weiter, bis Mirjam wieder aufgenommen wurde.



Der Chor singt „Im Lande der Knechtschaft“ von C. Mitscha-Eibel und J. Swider

IMG_20140927_183147.jpgRut

Das Buch Rut hat nur vier Kapitel mit insgesamt 85 Versen. Einige davon lese ich Ihnen vor:

Als im Lande Juda eine Hungersnot herrschte, zog ein Mann mit Namen Elimelech von Bethlehem mit seiner Frau Noomi und seinen beiden Söhnen ins Land der Moabiter – das liegt östlich vom Toten Meer, also dem heutigen Jordanien. Und Noomis Mann starb und sie blieb übrig mit ihren beiden Söhnen. Die nahmen moabitische Frauen; die eine hieß Orpa, die andere Rut. Und als sie ungefähr zehn Jahre dort gewohnt hatten, starben auch diese beiden Männer. Da machte Noomi sich auf und zog aus dem Land der Moabiter wieder zurück nach Juda und ihre beiden Schwiegertöchter folgten ihr; Und Noomi sprach zu ihnen: Kehrt um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Wie kann ich noch einmal Kinder in meinem Schoße haben, die eure Männer werden könnten? Und Orpa küsste ihre Schwiegermutter und kehrte zurück in das Land Moab, Rut aber blieb bei ihr und sprach: Rede mir nicht ein, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden.

Das Buch Rut ist eine der schönsten Freundschaftsgeschichten in der Bibel. Es ist eine Freundschaft, die auf Gegenseitigkeit und Respekt beruht.

Nach dem Tod ihres Mannes und ihrer beiden Söhne sind Noomi und ihre beiden Schwiegertöchter unversorgt zurück geblieben. Unversorgt deshalb, weil damals nur Männer Eigentum besitzen konnten. Und ohne Männer im Haushalt gab es für Frauen keinen Unterhalt. Sie waren völlig mittellos.

Beide Frauen binden sich aneinander in ihren Schwächen und Stärken: die Ausländerin Rut braucht die einheimische Noomi, um Fuß im fremden Land zu fassen, und die alternde und sich ihrer Vereinsamung sehr bewusste Noomi braucht die tatkräftige Hilfe der jüngeren Frau bei der täglichen Arbeit für den Lebensunterhalt. Beide Frauen brauchen den gegenseitigen Schutz, um in der Männerwelt zu überleben. Es ist diese Frauensolidarität, die der Geschichte den unverwechselbaren Ton des Glücks und der Heiterkeit gibt.

Noomi und Rut veranschaulichen eine zwischenmenschliche Beziehung, wie Gott sie gewollt hat, getragen ist die Beziehung von Liebe, Loyalität, Treue, Durchhaltever-mögen, Mut, Risikobereitschaft und: einem gemeinsamen Gott.

Schließlich erfahren wir aus der Bibel noch, dass Rut, auf Vermittlung von Noomi, einen Gutsbesitzer heiratet. Aus dieser Verbindung geht ein Sohn hervor, der der Großvater von König David ist und damit ein direkter Vorfahre von Jesus.

 

Der Chor singt „Song of Ruth“ von David Ogden

 

 

Ester

 

Ester 1, 15-17 Als nun für Ester, (…)die Zeit herankam, dass sie zum König kommen sollte, begehrte sie nichts, als was Hegai, des Königs Kämmerer, der Hüter der Frauen, sagte. Und Ester fand Gunst bei allen, die sie sahen. Es wurde aber Ester zum König Ahasveros gebracht in den königlichen Palast im zehnten Monat, der da heißt Tebet, im siebenten Jahr seiner Herrschaft. Und der König gewann Ester lieber als alle Frauen, und sie fand Gnade und Gunst bei ihm vor allen Jungfrauen. Und er setzte die königliche Krone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an  Waschtis statt.

Wir haben es nun mit einer Königin zu tun. Ester war schön, von außen wie von innen und sie war bescheiden. Nachdem der persische König seine Frau Waschti wegen Ungehorsams verstoßen hatte, wählte er die jüdische Ester zu seiner neuen Königin. Und das wird sein Leben retten, denn Ester vereitelt einen Mordanschlag auf ihren Mann durch zwei seiner Diener.

Ester ist treu, ihrem Glauben, ihrem Mann und ihrem Volk.

Sie vereitelt zusammen mit ihrem Onkel und Ziehvater Mordechai den von Haman, des höchsten Regierungsbeamten am persischen Hof, geplanten Genozid an ihrem Volk. Mordechai selbst hatte sich durch Stolz und Nichtachtung den Zorn Hamans zugezogen. Haman wollte daraufhin zornig alle Juden vernichten, nicht nur Esters Onkel.

Ester kann zwar nicht in das Regierungshandeln eingreifen, aber sie kann ein dreitägiges Fasten für alle Juden anordnen, das auch sie und ihre Dienerinnen einschließt.

In dieser Fastenzeit liegt wohl der Kraftgewinn für ihren nächsten Schritt: Sie setzt ihr eigenes Leben ein, tritt unerlaubt ohne Einladung vor den König und bekommt seine Gnade und seine Aufmerksamkeit, die sie geschickt zu nutzen weiß.

Ester wird nicht mit der Tür ins Haus fallen, sie wird, ganz im Gegenteil, ihren Mann und ihren Feind Haman zum Essen einladen und für beide kochen.

Mutig und bescheiden tritt Ester vor den König.

Sie beweist Redekunst, Geduld und Geschicklichkeit, die sie für die Juden einzusetzen weiß.

 

Der Chor singt für uns „Esther, Faithful tot he Lord“ von Patti Drennan

 

 

Maria & Marta

Lukas ist der einzige Evangelist, der uns im 10. Kapitel die Geschichte über einen bemerkenswerten Besuch Jesu bei Maria und Marta erzählt.

(Lk10) Als sie aber weiterzogen, kam Jesus in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll! Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe und mühst dich um Dinge, die im Grunde nicht so wichtig sind. Wichtig ist nur eins! Das hat Maria verstanden; das soll nicht von ihr genommen werden.

Viel wird nicht über die beiden Frauen geschrieben, aber bekannt ist, dass sie relativ wohlhabend waren und Jesus und seine Jünger öfter beherbergten, wenn diese nach Jerusalem kamen. Beide waren unverheiratet und lebten im Hause ihres Bruders Lazarus.

In der jüdischen Gesellschaft des 1. Jahrhunderts wurde eine klare Unterscheidung gemacht zwischen „Frauenarbeit“ und „Männerarbeit“. Die Küche gehörte eindeutig in den Zuständigkeitsbereich der Frau. Marta akzeptierte nicht nur ihre von der Gesellschaft festgelegte Rolle. Sie nahm sie auch ernst und regte sich darüber auf, dass ihre Schwester Maria diese gesellschaftlich verordnete Rolle nicht annahm, sondern etwas tat, was eindeutig nur den Männern zustand: von einem Rabbi unterrichtet zu werden.

500 Jahre später sagt Luther: „Marta, dein Werk muss bestraft und für nichts geachtet werden. … Ich will kein Werk haben   denn das Werk Marias, das ist der Glaube.“

Doch wir müssen bei der Betrachtung von Marta und Maria die Geschichte hinzunehmen, die bei Johannes im 11. Kapitel steht: die Auferweckung des Lazarus, und wie unterschiedlich die beiden Schwestern auf den Tod ihres Bruders Lazarus reagieren. Maria wirft sich Jesus, als der verspätet zu ihnen kommt, zu Füßen und jammert. Marta rechtet mit Jesus, der ganz in der Nähe war und ohne Mühe eher hätte kommen können.  Sie ist vorlaut, gibt nicht klein bei, und ist die, die die Wahrheit sagt. Marta ist die realistisch Handelnde, die weiß, dass ihr Bruder nach vier Tagen im Grab bereits in Verwesung übergegangen ist und stinkt. Und sie ist die theologisch Denkende, die das Bekenntnis zu Jesus ausspricht: „Herr, ja, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist“.

Maria und Marta, die beiden erinnern daran, dass jeder Mensch Jesus auf seine ganz eigene, individuelle Weise lieben und ihm dienen kann, egal, wie er von der Persönlichkeit her geschaffen ist.

 

Wir hören vom Posaunenchor „Preludio VI“ von Traugott Fünfgeld

 

 

Elisabeth und Maria

Lukas 1, 39-45 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom heiligen Geist erfüllt und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.

Zwei Frauen, die eine ist noch sehr, sehr jung, die andere schon hochbetagt. Beide sind von ihren Schwangerschaften überrascht, überrumpelt. Beide werden Sohne gebären, deren Namen zuvor vom Engel Gabriel genannt werden: Johannes und Jesus.

Den Namen Elisabeths dürfen wir mit „Gott ist Fülle“ übersetzen, Maria ist die griechische Form des Vornamens Mirjam, die wir als Prophetin heute schon betrachtet haben. Die junge Maria kommt zu Beginn ihrer Schwangerschaft zu Elisabeth, die bereits im 6. Monat schwanger war. Und die Ältere, Reifere wird der Jüngeren, Unerfahreneren zur Mentorin. Maria bleibt bei Elisabeth bis kurz vor deren Niederkunft.

Beide werden in ihrer Mutterschaft schmerzvoll miterleben müssen, wie ihre Söhne hingerichtet werden. Der eine wird enthauptet, der andere stirbt qualvoll am Kreuz. Beide haben ihre Mutterschaft als Geschenk erfahren, beide lieben ihre Söhne, die definitiv nicht im üblichen Sinn in und mit ihren Familien leben. Sprenggewaltig, aufrührerisch und besonders auffällig sind diese Söhne. Das muss besonders Maria oft in tiefe Verzweiflung geführt haben, wie die beispielsweise brüsk abweisende Reaktion Jesu ihr gegenüber auf der Hochzeit in Kana:

Johannes 2, 3+4 Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was geht´s dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.

Spricht man so mit seiner Mutter? Das muss Maria irritiert und verletzt haben. Doch Jesu Reaktionen werden noch radikaler:

Markus 3, 31-34: Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen und schickten zu ihm und ließen sie rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer sind meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder!

Maria hat die Radikalität und Konsequenz ihres Sohnes sicher nicht nachvollziehen können. Doch sie hat von Liebe und Liebesfähigkeit genauso viel verstanden wie von tiefer Gläubigkeit.

Maria, die Gläubige,  Maria, die Liebende,  Maria, die Treue.

Ihr Sohn wird ihr am Kreuz ihre Treue, Liebe und Fürsorge gleichermaßen vergelten. Kurz vor seinem Tod bestimmt er seinen Lieblingsjünger zum Sohn Marias. Johannes nimmt sie als seine Mutter fortan zu sich (Joh 19, 26-27). Maria hat viel erlebt und aushalten müssen in ihrem Leben. Ihre Stärke liegt in der Unerschütterlichkeit ihres Glaubens und in ihrer Fähigkeit anzunehmen und auszuhalten, was immer auch geschieht.

 

Der Frauenchor singt für uns „Über’s Gebirg Maria ging“ von Johann Eccard

 

 

Maria von Magdala

Maria Magdalena ist als „Apostolin der Apostel“, wie Augustinus sagte, eine der hervorragenden Frauengestalten der christlichen Überlieferung. Sie hat, zusammen mit Petrus, eine führende Rolle in der ursprünglichen Jesusbewegung gespielt.

Maria Magdalena war eine Frau, deren Leben durch Jesus völlig umgekrempelt worden war, der sie von sieben Dämonen, den bösen Geistern, und von Krankheiten befreit hatte. Das Ausmaß ihrer Dankbarkeit lässt sich daran ermessen, wie sie sich später auf Jesus einließ und wie hingebungsvoll und kompromisslos ihre Nachfolge war.

Historisch gesehen gehört Maria aus Magdala am See Gennesaret zu den wohlhabenden Frauen, die sich dem Wanderrabbi Jesus in Galiläa angeschlossen und auch für seinen und der Jünger Unterhalt gesorgt haben.

Sie wandert mit ihm nach Jerusalem und erlebt die Kreuzigung auf Golgata, wie wir bei Markus und Johannes lesen:

(Mk15, 40/ Joh19) Es standen aber bei dem Kreuz Jesu   seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala, die von ferne zuschauten.

Während die meisten Männer, die mit Jesus zusammen gewesen waren, sich nach seiner Verhaftung am Ölberg abgesetzt hatten, blieben Maria Magdalena und die anderen Frauen immer in Jesu Nähe und waren auch bei ihm, als er starb. Trotz der Androhung durch die römische Justiz, die selbst für Trauer und öffentliches Weinen von Angehörigen am Ort der Kreuzigung drakonische Strafen verhängten.

Und Maria Magdalena ist die erste am leeren Grab, um den Leichnam Jesu zu salben und sie ist die erste Zeugin, der sich der auferstandene Christus zeigt. Wir lesen bei Johannes:

(Joh20) Am ersten Tag der Woche kommt Maria von Magdala früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weg war. Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und sie kamen zum Grab und gingen hinein und sahen die Leinentücher liegen. Da gingen die Jünger wieder heim. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie in das Grab schaute, sieht sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und sie sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Meister!    Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt - und sie glaubten es nicht.

 

Der Chor singt für uns „I don’t know how to love him“ von Andrew Lloyd Webber.

Und zum Abschluss der Veranstaltung singen wir alle gemeinsam “Komm, Herr, segne uns”

 

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