Kronenkreuz in Gold für Irma Müller

Ehrung durch das Diakonische Werk am 7. Oktober

 

Der Vorstand des Diakonischen Werkes von Hessen und Nassau möchte Irma Müller für ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit im Rahmen des Seniorinnenkreises der Evangelischen Johannesgemeinde Neu-Isenburg das Kronenkreuz in Gold verleihen.

 

Die Ehrung wird Pfarrer Andreas Lipsch, Interkultureller Beauftragter der Evangelischen Kirche und des Diakonischen Werkes und ehemaliger Pfarrer der Evangelischen Johannesgemeinde, am Mittwoch, 7. Oktober 2009 um 14.30 Uhr im Rahmen des Seniorinnenkreises vornehmen.

 

Programm:

14.30 Uhr Ehrung Irma Müller

15.00 Uhr Kaffee und Kuchen

15.30 Uhr Gemeinsames Singen

 

Eingeladen sind alle Interessierten, bitte eine kurze Anmeldung im Gemeindebüro der Evangelischen Johannesgemeinde, Tel. 06102-786870 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Irma Müller

 

Irma Müller leitet seit mehr als 50 Jahren den Seniorinnenkreis der Evangelischen Johannesgemeinde Neu-Isenburg. Zunächst tat sie dies gemeinsam mit ihrem Mann Hugo, nach dessen Tod allein.  Bis heute treffen sich jeden Mittwoch Nachmittag die Seniorinnen in der Evangelischen Johannesgemeinde.

 

Geboren am 27. Januar 1922 ist Irma Müller in Neu-Isenburg aufgewachsen, dort hat sie 1944 Hugo Müller geheiratet. Beide gehörten zum Kreis um Pfarrer Ernst Ludwig, der seit 1941 nach Neu-Isenburg in die Marktplatzgemeinde strafversetzt wurde, da er in Gießen Schülerbibelkreise angeboten hatte.

 

Trotz Auflagen entwickelte sich auch in Neu-Isenburg recht schnell eine vielfältige Jugendarbeit und Irma und Hugo Müller waren Teil dieser Evangelischen Jugend. Sie waren dann schon vor dem Bau des Gemeindehauses 1955 in Kontakt mit der Pfarrehepaar Maria und Ernst Ludwig und haben als Ehepaar gemeinsam Küster- und Reinigungsdienste übernommen. So haben sie beispielsweise jedes Wochenende einen Raum in der damaligen „Baracke“ der Kindertagesstätte für den Gottesdienst vorbereitet, d.h. Stühle geräumt, einen Altar aufgebaut und selbstverständlich den Holzofen bedient.

Im Dezember 1954 trat dann Hugo Müller seine Stelle als Küster in der Evangelischen Johannesgemeinde an, Irma Müller arbeitet offiziell als Reinigungskraft in der Gemeinde, eigentlich übernahm auch sie Küsterdienste und war Ansprechpartnerin für alle Belange. Gemeinsam lebte die Familie mit den beiden Kindern, einem Sohn und einer Tochter, im Gemeindehaus, genauso wie Pfarrer Ludwig mit Familie, so dass dort eine ganz enge besondere Beziehung bis heute besteht.

 

Irma Müller unterstützte ihren Mann bei fast allen Veranstaltungen, bei allen Festen und Freizeiten, sie leitete den Jungmädchenkreis, während er den Jungmännerkreis leitete. Den Seniorinnenkreis leitete Hugo Müller und nach ihrem Selbstverständnis unterstützte Irma Müller ihren Mann dabei. Ohne das Küster-Ehepaar war in der Johannesgemeinde damals kaum etwas machbar, sie waren eine Institution in der Gemeinde und die Johannesgemeinde wird bis heute mit dem Namen „Hugo und Irma Müller“ verbunden.

Leider erkrankte Hugo Müller an der Parkinsonschen Krankheit und musste 1977 aus dem Dienst der Gemeinde ausscheiden. Irma Müller hat ihren Mann in diesen  schweren Jahren begleitet und bis zu seinem Tod 1983 gepflegt. Trotz dieser persönlichen Belastung hat sie weiterhin den Seniorinnenkreis der Gemeinde organisiert und auch nach seinem Tod weitergeführt.

 

Während früher über 50 Seniorinnen zum dem Kreis kamen, der sich zunächst im Großen Saal der Gemeinde traf, ab 1971 dann in der eigens errichteten Seniorenbegegungsstätte, sind es heute ca. 14 Frauen im Alter von 80 bis 98 Jahren, die eisern an ihrem Treff festhalten. Für einige ist es die einzige Möglichkeit in der Woche für ein Treffen außerhalb ihrer Wohnung. Irma Müller ist der zentrale Bezugspunkt dieser Nachmittage, sie bereitet sie nicht nur gemeinsam mit einer weiteren Dame vor und sorgt für eine regelmäßige Struktur der Nachmittage, sondern sie fragt auch nach, wenn eine der Seniorinnen nicht kommt, telefoniert und ist so in gewisser Weise auch Seelsorgerin.

 

In der Regel beginnen die wöchentlichen Treffen am Mittwoch mit Kaffee, oft auch mit Kuchen. Dann folgt das gemeinsame Singen von Volksliedern und Kirchenliedern. Irma Müller oder eine der Damen tragen heitere und nachdenkliche Gedichte oder Texte vor. Und der „offizielle“ Teil endet mit einer Andacht. Auf das Stichwort Irma Müllers: „Und jetzt darf gebabbelt werden…“ geht der Nachmittag dann ins gemeinsame Gespräch der Damen über.

 

Seit Sommer 2008 wurde der Seniorinnenkreis ausquartiert und musste sich im Kirchcafé des Gemeindehauses treffen, denn seit dem wurde die Seniorenbegegnungsstätte komplett saniert. Nach der Einweihung des Pavillons werden sich die Seniorinnen wie gewohnt jeden Mittwoch im Pavillon treffen. Und natürlich auch weiterhin unter der Leitung von Irma Müller.